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<title>August Stauch</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">August Stauch</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Kaspar Andreas August Stauch</b> (* <a href="15._Januar" title="15. Januar">15. Januar</a> <a href="1878" title="1878">1878</a> in <a href="Ettenhausen_an_der_Suhl" title="Ettenhausen an der Suhl">Ettenhausen/Suhl</a>; † <a href="6._Mai" title="6. Mai">6. Mai</a> <a href="1947" title="1947">1947</a> in <a href="Eisenach" title="Eisenach">Eisenach</a>) gilt als Entdecker der <a href="Diamant" title="Diamant">Diamantenvorkommen</a> in der Nähe des Ortes <a href="L%C3%BCderitz" title="Lüderitz">Lüderitz</a> in der damaligen Kolonie <a href="Deutsch-S%C3%BCdwestafrika" title="Deutsch-Südwestafrika">Deutsch-Südwestafrika</a>, dem heutigen <a href="Namibia" title="Namibia">Namibia</a>.
</p><p>August Stauch hatte vier Kinder, zwei Töchter (Marianne, 1906–1992; Käthe Ursula, 1912–2004) und zwei Söhne (Hans, 1905–1955; Hellmut, 1910–1970). Sein jüngerer Sohn <a href="Hellmut_Stauch" title="Hellmut Stauch">Hellmut</a> wurde ein in Südafrika renommierter Architekt, startete im <a href="Segeln" title="Segeln">Segeln</a> bei Olympischen Spielen und entwarf die <a href="O-Jolle" title="O-Jolle">O-Jolle</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die gesamte Familie Stauch liegt auf dem <a href="Gammams-Friedhof" title="Gammams-Friedhof">Gammams-Friedhof</a> in <a href="Windhoek" title="Windhoek">Windhoek</a> begraben.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Diamantenfund">Diamantenfund</h2></div>
<p>August Stauch wurde als drittes von sieben Kindern einer Eisenbahnerfamilie in Ettenhausen geboren. Er war Eisenbahnangestellter in <a href="Th%C3%BCringen" title="Thüringen">Thüringen</a> und kam 1907 auf ärztlichen Rat hin – er litt unter <a href="Asthma" class="mw-redirect" title="Asthma">Asthma</a> – in die <a href="Deutsche_Kolonie" class="mw-redirect" title="Deutsche Kolonie">deutsche Kolonie</a>. In seiner Freizeit hatte er sich hobbymäßig mit der <a href="Mineralogie" title="Mineralogie">Mineralogie</a> beschäftigt. Stauch wurde am Bahnhof <i>Grasplatz</i> in der Nähe des Ortes Lüderitz stationiert und als Bahnmeister mit der Aufgabe betraut, dort einen ca. 20 km langen Eisenbahnabschnitt von den ständigen Sandverwehungen freizuhalten. Dafür wurde ihm ein einheimischer Arbeiter, <a href="Zacharias_Lewala" title="Zacharias Lewala">Zacharias Lewala</a>, als Hilfe beigegeben. Stauch hatte seinem Gehilfen, der auf Grund früherer Tätigkeit in einer südafrikanischen Diamantenmine über mineralogische Kenntnisse verfügte, aufgetragen, während seiner Arbeit auch auf besondere Steine zu achten. Am 10. April 1908 fand Lewala einen solchen und brachte ihn pflichtgemäß seinem Vorgesetzten. Dieser vermutete einen Diamanten, war sich dessen aber nicht sicher und ließ sich seine Vermutung durch seinen in Lüderitz wohnenden Freund und Bergwerksingenieur <a href="S%C3%B6nke_Nissen" title="Sönke Nissen">Sönke Nissen</a> bestätigen. Diese Diamanten hatte der Oranje vor Millionen Jahren ins Meer gespült. Wind und Wellen spülten sie in den Sand der Namib zurück. Die Südwestdiamanten sind meist nicht besonders groß, aber wasserklar und damit auf dem Markt beliebt. Stauch und Nissen behielten ihr Wissen zunächst für sich, kündigten ihre Arbeitsverhältnisse und sicherten sich bei der <a href="Kolmannskuppe" title="Kolmannskuppe">Kolmannskuppe</a> (so benannt nach einem vor Jahren hier steckengebliebenen und geretteten <a href="Nama_(Volk)" title="Nama (Volk)">Nama</a> namens Coleman) einen 75 km² großen <a href="Claim_(Bergrecht)" title="Claim (Bergrecht)">Claim</a>, um weiter nach <a href="Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Diamantenproduzenten" title="Liste der größten Diamantenproduzenten">Diamanten</a> zu suchen. Der Erfolg blieb nicht aus. Beide wurden, noch bevor das Gebiet vom Deutschen Reich zum <a href="Diamantensperrgebiet" class="mw-redirect" title="Diamantensperrgebiet">Diamantensperrgebiet</a> erklärt wurde, zu vermögenden Männern und Kolmannskuppe wurde, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner, vorübergehend zur reichsten Stadt Afrikas. Stauch stand der <a href="Koloniale_Bergbau-Gesellschaft" title="Koloniale Bergbau-Gesellschaft">Kolonialen Bergbau-Gesellschaft</a> vor und brachte es durch diese zum Millionär.
</p><p>Stauch versuchte seinen Wohlstand weiter zu mehren und investierte in vielfältige Unternehmen – sowohl in der Kolonie als auch in Deutschland, etwa mit der <a href="Vox-Schallplatten-_und_Sprechmaschinen-AG" title="Vox-Schallplatten- und Sprechmaschinen-AG">Vox-Schallplatten- und Sprechmaschinen-AG</a>. Jedoch verlor er 1931 in der <a href="Weltwirtschaftskrise" title="Weltwirtschaftskrise">Weltwirtschaftskrise</a> sein Vermögen. Im Alter lebte er wieder in seinem Geburtsort Ettenhausen und verstarb im April 1947 als armer Mann infolge eines Magenkrebsleidens.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Lediglich zwei Farmen in Südwestafrika waren ihm verblieben. Sie existieren heute noch und werden von den Enkeln Stauchs bewirtschaftet (eine <a href="Jagdfarm" title="Jagdfarm">Jagdfarm</a> und eine Weberei in <a href="Dordabis" title="Dordabis">Dordabis</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Politik">Politik</h2></div>
<p>Bei den <a href="Wahlen_zur_South_West_African_Legislative_Assembly_1926" title="Wahlen zur South West African Legislative Assembly 1926">Wahlen zur South West African Legislative Assembly 1926</a> hatte der <a href="Deutscher_Bund_f%C3%BCr_S%C3%BCdwestafrika" title="Deutscher Bund für Südwestafrika">Deutsche Bund für Südwestafrika</a> 7 von 12 der zu wählenden Mandate erzielt. Die südafrikanische Mandatsherrschaft hatte jedoch das Recht, sechs weitere Abgeordnete zu ernennen. Nach der Wahl ernannte der südafrikanische Administrator Johannes Werth zwei Deutsche und vier Unionisten als weitere Mitglieder. Als deutsche Abgeordnete wurden der Farmer Paul Guhr und August Stauch ernannt. Damit bestand im Parlament mit 9 Deutschen und 9 Unionisten ein Gleichstand. In der <a href="South_West_African_Legislative_Assembly" title="South West African Legislative Assembly">South West African Legislative Assembly</a> kam es 1928 zu einem Eklat. Als einziger deutscher Abgeordneter stimmte Stauch der Regierungsvorlage zu, die Zuwanderung der „<a href="Dorslandtrekker" title="Dorslandtrekker">Angola-Buren</a>“ finanziell zu unterstützen. Von deutscher Seite wurde er heftig dafür kritisiert. Hintergrund war die Tatsache, dass allein die 1900 Angola-Buren die deutsche Mehrheit in der ehemaligen deutschen Kolonie verschwinden lassen würde (zum Vergleich: 1926 gab es etwa 8200 stimmberechtigte Weiße in Südwestafrika).<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Olga_Levinson" title="Olga Levinson">Olga Levinson</a>: <i>Diamanten im Sand. Das wechselvolle Leben des August Stauch</i>. (übersetzt: Monica Franz-Schumann, bearbeitet: Almut Heddenhausen) Kuiseb-Verlag, Windhoek 2007, ISBN 978-3-936858-02-0.</li>
<li>W. Bredow, H. Lotz, A. Stauch: <i>Die deutschen Diamanten und ihre Gewinnung. Eine Erinnerungsschrift zur Landesausstellung Windhuk 1914</i>. Herausgegeben von den Förderern, Dietrich Reimer (Ernst Vohsen), Berlin 1914 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://brema.suub.uni-bremen.de/dsdk/content/titleinfo/2019726">Digitalisat</a>).</li>
<li>Bernd G. Längin: <i>Die deutschen Kolonien: Schauplätze und Schicksale 1888 – 1918</i>. Mittler & Sohn, Hamburg 2005.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:August_Stauch?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: August Stauch</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kolmanskop.de/">Foto von August Stauch</a> sowie weitere Infos</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://az.com.na/leserbriefe/ein-portrt-von-august-stauch.9114.php">Allgemeine Zeitung</a> (Ausgabe 29. Oktober 2004) – eine Lebensbeschreibung August Stauchs, von seinem Enkelsohn</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Shelagh Suzanne Nation: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://repository.up.ac.za/handle/2263/30265"><i>The background, architectural philosophy and work of Hellmut Wilhelm Ernst Stauch.</i></a> (PDF) University of Pretoria, 21. April 1985, <span style="white-space:nowrap;">S. 4</span>,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 27. August 2014</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAugust+Stauch&rft.title=The+background%2C+architectural+philosophy+and+work+of+Hellmut+Wilhelm+Ernst+Stauch&rft.description=The+background%2C+architectural+philosophy+and+work+of+Hellmut+Wilhelm+Ernst+Stauch&rft.identifier=https%3A%2F%2Frepository.up.ac.za%2Fhandle%2F2263%2F30265&rft.creator=Shelagh+Suzanne+Nation&rft.publisher=University+of+Pretoria&rft.date=1985-04-21&rft.language=en"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://graves-at-eggsa.org/main.php?g2_itemId=2553255"><i>Stauch:</i> eGGSA Library.</a> Abgerufen am 2. Juni 2020.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.kolmanskop.de/der-zerfall/"><i>Der Zerfall von Kolmanskop.</i></a> In: <i>kolmanskop.de.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 17. Mai 2023</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAugust+Stauch&rft.title=Der+Zerfall+von+Kolmanskop&rft.description=Der+Zerfall+von+Kolmanskop&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.kolmanskop.de%2Fder-zerfall%2F"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Martin Eberhardt: Zwischen Nationalsozialismus und Apartheid, 2005, ISBN 978-3-8258-0225-7, S. 180–181</span>
</li>
</ol></div>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/134268865">134268865</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n84079126">n84079126</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/35668838/">35668838</a></span> | </div>
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